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G
r a u s c h n a u z e s
gesammelte
Werke | |
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n o c h e n s a m m e l n
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Von
Zeit zu Zeit sollten wir uns ruhig an irgendeinen stillen Ort zurückziehen,
in uns hineinblicken und uns folgende Fragen stellen: "Was ist aus meiner
Seele geworden? Was in mir ist kaputt, abgestorben oder droht, abzusterben, wenn
ich so weitermache? Wie steht es mit meiner Beziehung zum wilden, instinktiven
Selbst? Wann bin ich zum letztenmal frei und laut lachend einem unbekannten Horizont
entgegengelaufen? Was sagt die Stimme meiner Seele in diesem Augenblick? Singt
sie die herrlichen Schöpfungshymnen oder verstummt sie mehr und mehr? Wo
ist die Wolfsfrau in mir? Geht es ihr gut? |
Dieses
Fragen und schonungslos ehrliches Antworten ist "Knochensammeln". Dies
ist einer der Gründe, warum Menschen sich in sich selbst versenken, warum
sie Psychotherapien und Analysen machen, Kunstwerke aller Art schaffen oder täglich
beten - sie sammeln die alten Knochen ein. Und wenn sie alle wesentlichen Punkte
zusammengetragen, angeschaut und inspiziert haben, dann geschieht das erste Wunder:
Der passende Wiederbelebungsgesang wird ihnen eingegeben - einfach so. ...
An irgendeinem Punkt stellt jede von uns fest, dass sie in der einen oder anderen
Hinsicht entmachtet, entfremdet, gewissermassen seelenlos dahinvegitiert. Früher
nannte man die Wüste die Stätte "Göttlicher Offenbarung",
aber für Frauen steckt noch mehr hinter dem Wüstensymbol. ...
Klopft an die verwitterte Tür im hintersten Korridor eurer Seele, klettert
durch das Fenster eines Traumes, siebt den Wüstensand noch einmal gründlich
durch und seht, was ihr dann findet. Geht in die Wüste, freiwillig Knochensammeln!
(zitiert aus Clarissa Pinkola Estés: Die Wolfsfrau, erstes Kapitel, Das
Geheul: Die Auferstehung der Wilden Frau) |
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