Mar Menor - ATZ -
Therapiegruppe vom 1. bis 22. Oktober 1993

Therapiegruppe ATZ
So, da waren wir nun: Aus dem Norden Deutschlands, dem Süden, aus Hessen und dem Rheinland.
Hier in Spanien am Mar Menor im Allergietherapiezentrum des AVE hatten wir uns eingefunden, um unter der persönlichen Betreuung von Frau Dr. Diel aktiv etwas für unsere Gesundung zu tun, neue Erkenntnisse zu sammeln; vor der langen, kalten, regnerischen, dunklen Winterzeit in Deutschland noch einmal Spaniens Sonne zu tanken. Kurzum, uns auch ganz einfach zu erholen.

Da Tourismus um diese Zeit hier in Los Urrutias (Murcia) eigentlich nicht stattfindet (es war praktisch nur jedes dritte oder vierte Haus in unserer Straße direkt am Strand z. Zt. bewohnt -ab und zu kam an den Wochenenden der eine oder andere Eigentümer, um nach dem Rechten zu sehen-), hatten wir den Strand zur morgendlichen Gymnastik unter Leitung von Frau Dr. Diel fast immer für uns alleine. Nach den Lockerungs- und Dehnungsübungen -ganz individuell nach der eigenen Beweglichkeit- ein kurzes Jogging direkt am Wasser entlang und wer mochte, anschließend hinein in die klaren, morgendlich frischen Wellen; das brachte den Kreislauf in Schwung und den Appetit auf das durch Karin Zinsler (cand.troph.) stets mit viel Liebe und Sorgfalt hergerichtete Vollwertfrühstück.
Im Anschluß gab es Beratungen und Einzelgespräche zu den möglichen Therapieverfahren (so wurde u. a. für zwei Allergiker der Gruppe die im Heft 4/93 der Allergothek unter Schwerpunktthema vorgestellte orale Hyposensibilisierung mit Kuhmilch von Frau Dr. Diel eingeleitet und persönlich überwacht). Diejenigen, die Arztgespräche wahrzunehmen hatten, genossen bis zum Termin die wärmenden und heilenden Strahlen der Sonne, während die übrigen meist Frau Dr. Diel bei ihren Exkursionen zur Trinkwasserquelle und zu den Märkten in die umliegenden Dörfer oder auch mal nach Cartagena zur großen Markthalle begleiteten, um all die frischen und vollwertigen Köstlichkeiten zu besorgen, die abends dann nach einer gelungenen Metamorphose durch die Köchinnen unsere Gaumen angenehm verwöhnten. Durch Frau Dr. Diel selbst und auch durch Karin erlernten wir im Seminar Neues auf dem Gebiet der Vollwerternährung. Es wurde theoretisch und praktisch vermittelt, daß Vollwertkost nicht nur Körnermampferei ist, sondern im Gegenteil regelrecht zum Schlemmen verführen kann und dabei noch gesund und immunstärkend wirkt.
Weitere Seminare befaßten sich mit den Themen Umwelt, Wasser, Boden, Luft, Zunahme von chemischen Stoffen in der Umwelt, Enzyme, die Wirkungen auf das Immunsystem. Ferner wurden wir informiert über die Möglichkeiten von Innenluftmessungen in Wohnungen, über Vermeidung und Sanierung von Allergiequellen: Bett, Kosmetika und Kleidung. In einem Seminar kamen die natürlichen und geographischen Gegebenheiten zur Sprache, die das Mar menor für Allergiker so wertvoll machen.
Dr. Thomas Mitsche informierte über Atopie - Veranlagung - äußere Faktoren - Immunsystem - Klassifizierung der Allergietypen - Pseudoallergische Reaktionen - Botenstoffe und Mediatoren und vieles mehr.
Er hatte weiter den Part, uns über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis zu informieren, Prävention und richtige Hautpflege je nach Erscheinungsbild. Desweiteren wies er hin auf den hohen Stellenwert, der dem Erlernen von Entspannungstechniken gerade bei Neurodermitis zukommt.
Bei Karin gab es dann noch ein spezielles Seminar mit den Infos zu den verschiedensten Getreidesorten und deren Wertigkeiten für eine optimale Bioverfügbarkeit.
Last, (but) not least, gab es durch Frau Dr. Diel eine kleine Unterweisung in Spanisch (wichtig beim Einkaufen - Geldrückgabe und die wichtigsten Fragen: Wo ist . . . ?, Geben Sie mir . . ., Entschuldigung . . . usw.).
Es wurde jedoch nicht nur gelernt, auch das Feiern kam nicht zu kurz: Ein Grillabend im Patio bei sommerlich warmen Temperaturen mit Freunden von Frau Dr. Diel, die sich z. Zt. in der Gegend aufhielten, sorgte für Abwechslung.
Um auch einmal die Köchinnen zu entlasten und die einheimische Küche kennenzulernen, gab es im örtlichen Hotel eine original spanische Paella mit kleinen Abwandlungen je nach Allergielage. Nach drei Wochen flogen wir alle mit vielen Informationen versehen zum Thema Allergie und Neurodermitis, Strategien zur Alltagsbewältigung, gut erholt mit einem besseren Gesundheitszustand als vorher nach Deutschland zurück, in der Hoffnung, den Winter besser überstehen zu können und dem Wunsch nach einer Wiederholung dieser ruhigen, erholsamen, aufbauenden Wochen, wobei an dieser Stelle unser aller Dank erwähnt werden muß an Frau Dr. Diel, die dies alles ermöglichte und mit viel persönlichem Einsatz für einen reibungslosen und gelungenen Aufenthalt sorgte.
Christel Trompertz, AVE-Regionalbüro Overath/Köln

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