MEINE KRÄUTERECKE
(Kräuter kultivieren, sammeln, nutzen)
 Meerrettichwurzel (Armoraciae rusticanae radix)


Meerrettich (Kren)


Familie: Kreuzblütler
Herkunft: Europa, Asien, Amerika
Wirkung: antimikrobiell, durchblutungs- fördernd an Haut und Schleimhäuten
(enthält Senföl)
Indikation: Atemwegskatarrhe, Darm-
Mykosen, Harnwegsinfekte (außer Nierenentzündungen),
Muskelverspannungen
Anwendung: frische oder getrocknete
Wurzeln (20 g pro Tag)
• reich an Vitamin C
• gutes Anregungsmittel für den Kreislauf
• fördert die Heilung
• regt Ausscheidungen aus dem Darm an
• löst übermäßigen Schleim
• gut gegen Heufiebersymptome
Bemerkung: nicht anwenden bei Magen-
Darm-Geschwüren oder entzündlichen
Nierenerkrankungen, nicht bei Kindern unter vier Jahren.

Kann bei direkter Auftragung auf die Haut Blasen verursachen.

Präparate:
•Angocin ® Anti-Infekt N Filmtabletten
(Firma REPHA GmbH, Biolog. Arzneimittel,
30855 Langenhagen, Alt-Godshorn 87),
http://www.repha.de/angocin_allg.html

•Meerrettich-Pflanzensaft,
Pflanzensaftwerk Walther Schoenberger
Magstadt bei Stuttgart, jetzt SALUS,
http://www.salus.de/docs/99_9-45_1490_
Salus_Schoenenberger_Oeko.pdf


Stärkung der Abwehrkräfte
Bei häufigen Infektionen sind vielleicht Ihre Abwehrkräfte geschwächt. Helfen Sie Ih-
rem Körper, sich erst einmal gründlich zu entgiften und zu entschlacken (etwa mit einer Blutreinigungskur, Heil- oder Saft- fasten und anderen).
Ernähren Sie sich möglichst vollwertig, und würzen Sie mit keimhemmenden Heilpflanzen (zum Beispiel Knoblauch, Kresse, Meer- rettich).
Salaten und Gemüse sagt man den sogenannten „Bürsten-Effekt“ nach, das heißt sie fegen  die Darmzotten.
Sie haben noch einen zweiten Nutzen:
In der pflanzlichen Nahrung befinden sich Wirkstoffe, die das Pilzwachstum aktiv unterdrücken, da sich auch Pflanzen gegen einen Pilzbefall schützen müssen.
Sie haben daher eine Reihe von „chemischen Tricks“ entwickelt, mit denen ihnen dies gelingt. Wenn Sie viel Gemüse und Salate zu sich neh- men, profitieren Sie also von dem Schutzmechanismus der Pflanzen.
Leider ist das Wissen über diesen Effekt noch relativ gering. Einige Gemüsesorten sollen einen besonders guten „Anti-Pilz-Effekt“ haben. Hierzu zählen:
Lauch, Rosenkohl, Zwiebeln, Rettich,
Meerrettich, Tomaten und Radies- chen.
Wenn Sie also eines dieser Gemüse mögen, sollten Sie davon reichlich konsumieren.
Meerrettich hilft auch äußerlich: Schon wenn man ihn raffelt und die aufsteigenden ätherischen Senföle einatmet, macht man sich stark gegen Erkältungen und kann besser durchatmen.
Gegen Schnupfen und Husten hilft folgendes Rezept: 2 Esslöffel frisch geriebener Meerrettich werden mit etwas Zwiebelsaft und Honig gut verrührt und müssen dann ein paar Stunden stehen. Von dem Sirup, der dabei entsteht, lässt man jede Stunde 1 Teelöffel im Mund zergehen.

Wirkstoffe
Isothiocyanate und Thiocyanate, die aus Glucosinolaten von Meerrettich, Garten- und Kapuzinerkresse gebil- det werden, sind besonders gut hinsichtlich ihrer antibakteriellen Wirkung untersucht. Bereits die Aufnahme von 10 bis 40 g
Kresseblättern oder Meerrettichwurzeln führen dazu, dass in den Harnwegen antimikrobiell wirksame Konzentrationen an Glucosinolaten vorliegen. Isothiocyanate wie das Sulforaphan zeigen ebenfalls eine starke antibiotische Aktivität gegen humanpathogene Keime wie E. coli, S. typhimurium oder Candida sp.
Gegenwärtig werden Isothiocyanate untersucht, inwieweit sie zur Reduk-
tion mikrobieller Keimbelastungen bei verzehrsfertigen Schnittsalaten geeignet sind.

Aufbewahrung und Zubereitung
Angeboten werden frische Wurzeln und auch pastöse konservierte Zubereitungen. Für den Hausgebrauch können die im Spätherbst geernteten Meerrettichwurzeln (beste Qualität) bei - 2°C in Folie gepackt bis zu zwei Jahren gelagert werden.
In Scheiben geschnitten, geraspelt (im Eiswürfelbehälter als kleinere Portionen - nach dem Gefrieren in Beutel umfüllen) oder in Weinessig eingelegt, kann die Wurzel in Tiefkühlbeuteln eingefroren werden.
Sobald beim Raffeln Sauerstoff dazu kommt, wandeln Enzyme den Haupt- wirkstoff der Wurzel - das Glykosid Sinigrin – in scharfe Senföle um: ein Grund zum Weinen.
Diese steigen auf, reizen die Tränen- drüsen und Nasen-Schleimhäute. Das ist ähnlich wie beim Zwiebelschneiden.
Um die beim Reiben entstehende Braunfärbung zu verzögern, setzt man Zitronensaft oder Essig zu. Sahne- und Apfelzugabe mildert den Geschmack.

Im Handel befindliche Meerrettich- zubereitungen enthalten meist Zucker und sind darüber meist hinaus mit Natriumsulfit konserviert (geschwe- felt).

Besser ist mein selbstgemachter Meerrettich-Dip
Meerrettich-Dip
Zutaten:
• 1 großes oder mehrere kleine Stücke Meerrettich
• 2 Äpfel (beliebige Sorte)
• 1 Zitrone
• 1 Esslöffel Honig
• ½ Sahne oder statt dessen
• 125 g Quark
• 1 Messerspitze Salz

Äpfel schälen, entkernen und stückeln,
Zitrone auspressen, Meerrettich säubern und stückeln.
Zutaten im Mixer pürieren.
Zirka ½ Becher Sahne oder den Quark
nach Belieben und Konsistenz dazugeben sowie Salz und den Honig.
Im Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren.

Candida-Betroffene sollten jedoch im Rahmen ihrer Anti-Pilz-Diät auf die Zugabe von Honig verzichten.
Bei schwerem Candida-Befall im Darm kann auch der natürliche Frucht- zuckergehalt der Äpfel den Pilz füttern. Da jedoch der Dip nicht in großen Mengen verzehrt wird, ist diese Wahrscheinlichkeit gering.
© La Loba -->Christel Trompertz, Overath

Quellen:
Abbildung: www.gewuerzlexikon.de
Teuscher E: Gewürzdrogen. Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft (Stuttgart 2003) 231-5

Watzl B: Glucosinulate.
Ernährungs-Umschau

48 8(2001)330-3