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Buchbesprechung im Frauenforum Overath (Marianne Bruns, Marlene Latzel
und Christel Trompertz) Die Wolfsfrau Was ist das??? Klar,
zunächst ein Buch! Dieses Buch ist Herausforderung, Rätsel, Albtraum. Es
ist ein Steinbruch, ist Rumpelkammer und Füllhorn, und auch ein Medizinschränkchen
voller Heilmittel für wunde Seelen. Die Wolfsfrau! Wer ist sie, was, wie
und woher? |

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Auch wir hier haben irgendeine Vorstellung davon, Bilder im Kopf oder ein
Gefühl im Bauch, vielleicht auch den Geruch in der Nase, ein Geräusch, Geschmack?
Irgendein Begriff drängt sich auf, den man zu Wolfsfrau assoziiert. (evt. nennen
oder aufschreiben lassen) All dies passt wirklich zur Wolfsfrau, die unter
anderem auch aus einer Mischung von Assoziationen besteht. Es zeigt gleichsam
einen Zipfel von ihr oder eine Fußspur. Aber lassen wir uns vom Buch
verführen: Ganz unüblich schlage ich vor, zum Einstieg und immer wieder, das Register
hinten zu benutzen. Ich habe spaßeshalber einmal nachgeschaut, zu welchen Begriffen
die meisten Textstellen aufgeführt sind. Hier das A B C der zahlreichsten Hinweise.
(S.553) Dann zum Inhaltsverzeichnis: Es bietet uns den immer wieder notwendigen
Überblick, in dieser Ansammlung von 16 ganz unterschiedlich langen und überhaupt
nicht einheitlich gegliederten Kapiteln. (ich sehnte mich manchmal nach einem
Raster!) Hier breitet sich wirklich "die reiche Fülle der Wilden Frau" vor uns
aus. Warum dieser Archetypus der Wilden Frau für uns alle so wichtig ist, drückt
C. P. E. so aus: (lesen S.24) Diesen Archetypus der Wilden Frau mit den
Wesenszügen der Urfrau und universellen Mutter hat die Autorin mit der"Wolfsfrau"
um einen Aspekt erweitert, ihn mit dem symbolischen Urbild der Wölfin neu ins
Visier genommen und anschaulich gemacht. Der Titel der deutschen Ausgabe des Buches
verweist auf die zentrale Figur und Geschichte "La Loba" (die Wölfin). "Die
Wolfsfrau ist die Mutter der Leben/Tod/Leben-Natur, eine Sachverständige auf dem
Gebiet der Seelenrenovation (lesen S. 48) mit ihrer Unterstützung lernt Frau "Knochensammeln".(lesen
S.510) Man kann sich heillos darin verwirren, sich vorkommen wie in einem
Labyrinth, je mehr man meint den roten Faden finden zu müssen. Man kann sich aber
auch, egal bei welchem"Knoten" man beginnt, als Teil dieses Netzes begreifen,
es nutzen und benützen um für sich einige Erkenntnisse, ein stärkendes, bestärkendes
"Aha"-Erlebnis an Land zu ziehen. Mit meiner eben benützten, unstimmigen Metapher
vom Fischernetz verweise ich auf eine Tücke dieser Autorin: Sie wechselt von außen
nach innen, wandert zwischen den Ebenen oder Schichten, springt hin und her zwischen
intrapsychischen Aspekten und realen Außenerscheinungen. Das macht die Lektüre
manchmal etwas mühsam, aber ich habe den Verdacht, das sie durch diese"Methode"
einen Überraschungscoup landen kann: Unerwartet, unvermittelt nimmt einen etwas
gefangen, wir sind gezwungen, in einen Spiegel zu schauen, den wir an der Stelle
gar nicht erwartet hätten. Das ist nun die Gelegenheit, anhand des Geschilderten
uns selbst auf die Schliche zu kommen. Hier zeigt sich die Autorin ganz
als erfahrene, menschen-und seelenkundige Psychoanalytikerin. Ihr Jonglieren mit
Symbolen und Archetypen basiert auf der Lehre von C.G. Jung und sie ist eine wahrhafte
Kennerin des Untergründigen. (lesen S.43) Entscheidender für den Ansatz
von C. P. E. ist aber wohl ihre Verwurzelung in der Tradition der Geschichtenerzähler
und die daraus resultierende Fähigkeit, mit Geschichten, Märchen und Mythen zu
arbeiten. Als sog. cantadora ist sie eine Hüterin der alten Geschichten, die sie
auf- gesogen hat, die sie empfangen durfte oder übertragen bekam vor allem (aber
nicht nur) von ihrer weit verzweigten Familie. Als Tochter spanisch / mexicanischer
Eltern in den Staaten auf- wachsend, mit Vorfahren und Verwandten aus der östereichisch-ungarischen
Donaumonarchie, war sie von Kind an mit mehreren Kulturen konfrontiert und erlebte
dies als eine große Berei- cherung. Auch darüber ist in der Wolfsfrau einiges
zu lesen . C. P. E. verwendet Geschichten, um das Leben der Seele zu
unterstützen, als Heilerin setzt sie sie ein wie eine Medizin. "Wenn wir uns mit
Geschichten befassen, haben wir es mit arche- typischer Energie zu tun, die
wir metaphorisch als eine Art von Elektrizität beschreiben könnten." (S.526) und
sie ermuntert dazu, im eigenen Leben nach Geschichten zu schürfen. (Erinnerungen
suchen an frühe und prägende Erzählsituationen) Schlußzitat: (S.529)
Wenn man so "einsichtig" geworden ist, akzeptiert man dieses ausufernde Werk,
das man nicht mit literarischen Maßstäben betrachten darf, in seiner märchenhaften
Sprache auch als Dichtung im Sinne von Verdichtung einer Quintessenz. C. P. E.
möchte erreichen, dass Frauen zurückfinden zu ihrem Instinktwissen.
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