Projekt
Ambrosia Sie
fliegen wieder - Pollen! Jetzt
schon vereinzelt - manchmal mit einiger Verspätung - setzt in weiten Teilen Deutschlands
der Pollenflug bei Hasel, Erle und Buche ein. Hierzu gesellt sich bald die Birkenblüte
und schließlich eine zunehmende Gräserpollen-Belastung. Wer
damit nicht genug hat, kann ab Juli noch mit allergischen Symptomen auf Kräuterpollen
reagieren, bis schließlich im Herbst Sensibilisierungen gegenüber Schimmelpilzen
und Milben in den Vordergrund treten.
So
war es bisher.
Doch
zeichnet sich inzwischen eine Verlängerung dieser Leidenszeit für Pollenallergiker
ab. Als Verursacher macht sich in Deutschland zunehmend bemerkbar:
Ambrosia
genannt
auch Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), oder Beifuß-Ambrosie,
Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder mit
seinem englischen Namen Ragweed (Fetzenkraut), ist eine Pflanze aus der
Familie der Korbblütler (Asteraceae) und hat sich in den letzten Jahren immer
mehr auch in unseren Breitengraden angesiedelt. Die
Beifuß-Ambrosie ist eine licht- und wärmeliebende Pflanze, die zugleich auch ausreichende
Niederschläge im Sommer benötigt. Daher fehlt sie im sommertrockenen Mittelmeerraum
und in den Alpen. Entlang von Straßenrändern kann sie auch in trockenere Gebiete
vordringen, da diese Standorte durch die Wassersammelfunktion der Straßenfläche
besser mit Wasser versorgt sind. Sie benötigt zur Entwicklung und Fruchtreife
eine ausreichend lange Vegetationsperiode. Als konkurrenzschwache Ruderalart benötigt
sie für die Keimung offene Bodenflächen. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Straßenbankette/ränder,
Ruderalstandorte (Schutthalden, Mülldeponien), Industriegelände, Hausgärten, Vogelfutterplätze,
Äcker. In bestimmten landwirtschaftlichen Kulturen kann Ambrosia zum gefürchteten
Unkraut werden. Die
Pflanze kann je nach Boden von 30 cm bis zu 1,80 m hoch werden. Ambrosia keimt
im Frühjahr bis Sommer. Die ersten Blüten öffnen sich Ende Juli / Anfang August,
der Höhepunkt der Blüte ist im August / September. Es wurden aber auch Blüten
bis zum ersten Frost im November beobachtet. Dadurch
verlängert sich die Belastungszeit für Pollenallergiker deutlich. In den Ausbreitungsgebieten
hat die Sensibilisierungsrate zugenommen. Der in großen Mengen gebildete und weit
fliegende Pollen hat sehr allergene Eigenschaften und dieser führt nicht nur zu
allergischen Beschwerden an Augen, Nase oder Bronchien, sondern es kann auch bei
Hautkontakt mit den Blättern der Pflanze zu Hautreizungen und damit zu einer Sensibilisierung
kommen. Auffallend ist dabei die zeitliche Verzögerung: Erst nach 20 bis 30 Minuten
kommt es zu Rötungen und Juckreiz.
Um
mehr Informationen über die Verbreitung des "Neubürgers Ambrosia" zu erhalten
und die Ausbreitung der Pflanze möglichst früh zu unterbinden sollten Ambrosiabestände
gemeldet werden. Die Meldung kann über die Internetseite der Landwirtschaftskammer
NRW www.lwk.nrw.de
vorgenommen werden. Einzelpflanzen und kleinere Bestände sollten baldmöglichst
vom Finder ausgerissen und über den Restmüll vernichtet werden. Beim Ausreißen
sollten Handschuhe und bei blühenden Pflanzen auch eine Staubmaske getragen werden.
Die
Bekämpfung größerer Bestände sollte erst nach Bestätigung und Beratung durch den
Pflanzenschutzdienst erfolgen. Quellen
und weitere Informationen im Internet unter: www.lwk.nrw.de
www.bba.bund.de www.aktionsplan-allergien.de www.ambrosia.de
Folgende
Maßnahmen können helfen, sich allgemein gegenüber Pollen zu schützen: 1.
Zur Übergangszeit möglichst Wiesen und Felder meiden 2.
Sportliche Aktivitäten im Freien erhöhen die Gefahr des Pollenkontakts. 3.
Auto fahren mit Pollenfilter oder ausgeschalteter Lüftung. 4.
Schlafzimmer-Fenster ab 5 Uhr morgens schliessen, die übrigen Fenster auch tagsüber
schließen. 5.
Noch besser: Spezielle Gaze in die Fensteröffnungen kleben (von Tesa, erhältlich
im Handwerkermarkt) 6.
Tägliches Staubsaugen (mit Hygienefilter) zur Pollenreduktion. 7.
Abends Haare waschen. 8. Gegebenenfalls Schutzmaske tragen (vor allem beim Motorrad
- oder Radfahren) Eine
weitere allgemeine präventive Möglichkeit bietet sich freilich darüber hinaus
an: Den
Jahres-Urlaub möglichst in die Zeit des zu Hause stärksten Pollenflugs legen -
also ab ins Gebirge oder ans Meer, auch im Hinblick auf dortige andere Fauna.
Ein Aufenthalt im Hochgebirge oder am Meer ist gerade bei den nur kurze Zeit blühenden
Bäumen eine rezeptfreie und praktikable Möglichkeit, allergischen Beschwerden
aus dem Weg zu gehen. Für
den Behinderten-Beirat der Stadt Overath, den 10.3.2010: Christel
Trompertz, Allergieverein in Europa e.V. (AVE e.V.) (Erstveröffentlichung
im Mitteilungsblatt der Stadt Overath, den 11.3.2009 und
der Mitgliederzeitschrift des AVE, Umwelt & Gesundheit 2/2009, S. 65)
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